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Social Media

Web 2.0 und Social-Media-Anwendungen führen fortlaufend zu Veränderungen in der Gesellschaft und im Umgang miteinander. Das bereits 1890 erstmals von Samuel Warren und Louis D. Brandeis im Harvard Law Review erwähnte "right to be let alone" scheint in der heutigen, schnelllebigen Gesellschaft nicht mehr denselben Stellenwert zu genießen, wie noch vor einigen Jahren.

 

Für Unternehmen bieten die Social-Media-Angebote eine Fülle von neuen Möglichkeiten in den Gebieten Marketing und PR. Bei geringem Kostenaufwand können (potentielle) Kunden direkt angesprochen werden und über verbale Interaktion, Gewinnspiele etc. langfristig an das eigene Unternehmen gebunden werden. Der Dialog im Social Web bringt gegenüber der konventionellen Werbung den Vorteil, dass neben der Vermittlung der Werbebotschaft auch Kundenbedürfnisse erforscht werden können.

 

Was vor wenigen Jahren vielerorts noch argwöhnisch und kritisch betrachtet und zum Teil belächelt wurde, ist heute in der Mitte der Unternehmenslandschaft angekommen. Immer mehr Unternehmen nutzen Social-Media-Plattformen wie Facebook, um Kontakte zu Kunden herzustellen und Marketingaktivitäten nachzugehen. Eine Studie der österreichischen Wirtschaftskammer im Januar 2011 hat ergeben, dass bereits 48 Prozent der Betriebe Social Media nutzen. Im Jahr zuvor lag der Wert noch 9 Prozentpunkte darunter. Auch in der Schweiz und in Deutschland zeigen sich vergleichbare Zahlen. Erhebungen des Hightech-Verbands BITKOM im Jahr 2012 ergaben, dass 47 Prozent der deutschen Unternehmen Social-Media-Anwendungen nutzen. Weitere 15 Prozent haben konkrete Pläne eine Nutzung in Angriff zu nehmen. 


Doch Social Media bergen auch rechtliche Risiken in sich. So kam es z. B. in den USA zu einem Rechtsstreit zwischen einem Unternehmen und dessen ehemaligem Mitarbeiter, der die geschäftlichen Verbindungen kurzerhand auf seinen Privat-Account übertrug. Gerichtsurteile in Österreich und Deutschland zeigten, dass in bestimmten Konstellationen in Bezug auf Inhalte von Dritten Kontrollpflichten der Profilinhaber und Plattformbetreiber bestehen können.

 

Auch eine Studie des e-center (europäisches zentrum für e-commerce und internetrecht) [www.e-center.eu] über die Facebook-Auftritte der 100 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs zeigt ein ernüchterndes Bild. 63 Prozent der untersuchten Profile erwiesen sich als rechtswidrig oder zumindest rechtlich problematisch und setzen dadurch ihre Betreiber nicht zu unterschätzenden Haftungsrisiken aus.