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09.11.2014, Social Media Check 2014

Die Relevanz von kommerziellen Social Media Auftritten erscheint heutzutage wichtiger denn je. Daher ist dieser Auftritt auch aus rechtlicher Sicht gut zu planen und die entsprechenden Vorschriften sind gedacht umzusetzen. Wie der diesjährige »Social Media Check 2014« wieder zeigt, werden diese jedoch häufig missachtet.

Der diesjährige Social Media Check des ky-center for social media law, in welchem wir wieder Unternehmensprofile analysiert und statistisch ausgewertet haben, steht unter dem Zeichen eines Vergleichs zum vergangenen Jahr. Welche Entwicklungen lassen sich erkennen, welche Verbesserungen gibt es und welche Probleme bestehen weiterhin im Umgang bzw. im Auftritt der Unternehmen auf Social Media Plattformen?

Untersucht wurden wie bereits letztes Jahr die Social Media Auftritte von insgesamt 42 Unternehmen aus Wien, Bayern und Liechtenstein auf den Plattformen Facebook, Google+ und Twitter. Herangezogen wurden die gleichen Unternehmen des Social Media Checks 2013, was einen direkten Vergleich ermöglicht. Die Social Media Rankings zeigen eine ziemliche Ähnlichkeit zu denen des letzten Jahres auf, mit Ausnahme einzelner unternehmensspezifischer Veränderungen.

Der Prüfung lag die Vereinbarkeit der Unternehmensprofile mit den rechtlichen Vorschriften für einen Auftritt im Internet zu Grunde. Neben der richtigen und leicht zugänglichen Platzierung von notwendigen Informationen, der sog. Offenlegungs- und Informationspflichten, wurde auch ein Augenmerk auf die sonstige Gestaltung des Profils gelegt, beispielsweise, ob User eigene Inhalte posten können, das Unternehmen eigene Verhaltensregeln aufstellt oder ob die User-Postings ausdrücklich kontrolliert werden.

Das Gesamtergebnis des diesjährigen Social Media Checks ist wie folgt ausgefallen: Von allen untersuchten Profilen waren 72% rechtswidrig, 16% verbesserungswürdig und 12% unproblematisch. Im Vergleich zum Ergebnis des letzten Jahres gibt dieses Resultat Grund zur Hoffnung auf eine Besserung der Unternehmensauftritte in Social Media Plattformen. Das ernüchternde Gesamtergebnis des letzten Jahres lag bei einer Rechtswidrigkeitsquote von 81% und lediglich 7% unproblematischer Unternehmensprofile.

Obwohl immer noch der Großteil der Social Media Auftritte der Unternehmen rechtswidrig und damit angreifbar ist, zeigt sich eine deutliche Verbesserung. Der Grund dafür ist bei genauerer Betrachtung recht schnell ausfindig zu machen. Erfreulicherweise haben die Wiener Unternehmen dieses Jahr mit 70% rechtswidrigen Profilen besser abgeschnitten als im Jahr 2013. Zwar weisen die Profile der Bayrischen Unternehmen mit einer Quote von 65% immer noch weniger Rechtswidrigkeiten auf, der Teil der Wiener Unternehmen, die als unproblematisch einzustufen sind, liegt jedoch mit 16% knapp über den Bayrischen mit 15%. Somit beeinflussen vor allem die eben genannten unproblematischen Unternehmensprofile die Statistik positiv, da im Vergleich zum letzten Jahr eine deutlich höhere Anzahl von unproblematischen Unternehmensprofilen vorliegt. Nach wie vor bilden Liechtensteinische Unternehmen, mit einer deutlich höheren Rechtswidrigkeitsquote von 85% und lediglich 15% verbesserungswürdigen Unternehmensprofilen, das Schlusslicht in der Statistik.

In Zahlen bedeutet dies folgendes:

  • Wien: 70% rechtswidrig; 14% verbesserungswürdig; 16% unproblematisch

  • Bayern: 65% rechtswidrig; 20% verbesserungswürdig; 15% unproblematisch

  • Liechtenstein: 85% rechtswidrig; 15% verbesserungswürdig;

Bei genauer Betrachtung der einzelnen Social Media Plattformen ist, ebenso wie im vorigen Social Media Check, nach wie vor ein interessanter Aspekt das schlechte Abschneiden der beiden Plattformen Google+ und Twitter gegenüber Facebook.

In Zahlen bedeutet dies folgendes:

  • Facebook: 47% rechtswidrig, 29% verbesserungswürdig; 24% unproblematisch

  • Google+: 100% rechtswidrig;

  • Twitter: 79% rechtswidrig, 15% verbesserungswürdig; 6% unproblematisch;

Eine Erklärung dafür liegt wohl darin, dass Facebook das meistgenutzte und daher relevantere Netwerk ist. Eine Folge daraus ist, dass neben dem größeren Augenmerk auf das Facebook-Profil, auch der Großteil der beachtenswerten Gerichtsentscheidungen auf Grund von Streitigkeiten mit Facebook-Bezug ergeht. Die Folge ist, dass aufgrund der medialen Berichterstattung eine gewisse Sensibilisierung für die Probleme vermittelt wird. Abgesehen davon bieten die beiden Netzwerke Google+ und Twitter eingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten, vor allem im Hinblick auf die Platzierung des Impressums. Die Tatsache, dass es durchaus auch unproblematische Profile auf Twitter gibt, zeigt, dass diese Gestaltungsmöglichkeiten - gekonnt wie - kein unüberwindbares Hindernis darstellen müssen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Resultat deutlich besser ausgefallen ist als im vorigen Jahr. Besonders im Hinblick auf die Gestaltung der Facebook-Profile ist eine positive Entwicklung zu erkennen, die in die richtige Richtung zeigt. Es bleibt also spannend, ob sich dieser positive Trend fortführt.

 

 

Der Kommentar von Prof. Wolfgang Zankl zum diesjährigen Social Media Check sowie die Präsentationsfolien des Social Media Checks 2014 werden Ihnen hier zur Verfügung gestellt: